Leinen und Halbleinen

Leinen ist eine pflanzliche Faser, welche aus den Stängeln der Flachs- oder auch Leinenpflanze gewonnen wird. Diese Pflanze zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Die älteste nachgewiesene verarbeitete Flachsfaser soll um die 28.000 Jahre alt sein. Selbst die Mumien in Ägypten sind in Leinenstreifen eingehüllt. Neben Wolle war es bereits in der griechischen und römischen Antike und bis in das europäische Mittelalter das Material für Kleidung. Da die Faser wenig schmutzanfällig, sehr saugfähig und von Natur aus Bakterien abtötend ist.
Er kann bis zu 35 % Feuchtigkeit aufnehmen und ist in nassem Zustand reißfester als im trockenen. Da er die Feuchtigkeit ebenso schnell wieder abgibt, eignet sich dieser Stoff besonders gut für Sommer- und Tropenbekleidung. Durch die Aufnahme der Luftfeuchtigkeit wirkt Leinen kühlend. In trockenem Zustand jedoch wärmt er. Er ist härter und steifer als Baumwolle, knittert aber stark.
Als Kennzeichnung wird häufig dieses Symbol verwendet.

Leinen

Halbleinen

Auch bei unter den Leinenstoffen* gibt es ein Mischgewebe, welches sich Halbleinen* nennt. Hier besteht das Gewebe zu einem Teil aus Leinen und zum anderen Teil aus Baumwolle. In der Regel sind hier die Längsfäden (Kettfäden) aus Leinen und die Querfäden (Schussfäden) aus Baumwolle.
Als Kennzeichnung wird häufig dieses Symbol verwendet.

Leinen

Verarbeitung und Verwendung

Dieser Stoff lässt sich sehr leicht verarbeiten und eignet sich daher sehr gut für Nähanfänger. Zur Verarbeitung eignet sich hier eine Nähmaschinennadel mit einer Stärke von 75 bis 80 und ein handelsübliches Nähgarn. Er franst nicht besonders schnell aus, sollte aber dennoch an den Schnittkanten versäubert werden. Auch das Nähen mit einer Overlocknähmaschine ist problemlos möglich. Hier sollte allerdings die Einstellung des Differenzialtransports beachtet werden, damit die Naht glatt wird, da Leinen kein dehnbarer Stoff ist.
Wie bereits erwähnt, wird er gern für Sommer- oder Tropenbekleidung verwendet. Traditionell wurde Leinen jedoch für Bett- und Hauswäsche genutzt, wurde aber durch die günstigere Baumwolle verdrängt. Auch als Stoff zur Dekoration bspw. als Vorhang kann er sehr gut verwendet werden. Ebenso wird Leinen als Bezugsstoff für Bucheinbände und für Schuhe und Taschen verwendet.
Neben der Verwendung als Bekleidungs- oder Dekorationsstoff wird Leinen für das Bespannen von Leinwänden für die Malerei verwendet, so entstand auch der Name.

Pflege

Leinen ist ein kochfester Stoff. Er sollte jedoch, je nach Verarbeitung, bei niedrigeren Temperaturen zwischen 40 Grad und 60 Grad gewaschen werden. Bei weißen oder gebleichten Leinenstoffen kann gut ein Vollwaschmittel verwendet werden, für bunte und ungebleichte Leinenstoffe sollte ein Feinwaschmittel genutzte werden, so bleiben die Farben länger erhalten.
Leinen kann im Wäschetrockner getrocknet werden, die Faser ist aber genauso anfällig für das Einlaufen wie Baumwolle. Wenn das fertige Kleidungsstück später auch im Trockner getrocknet werden soll, ist es ratsam den Stoff vor der Verarbeitung nicht nur zu waschen, sondern auch zu trocknen.
Gebügelt werden sollte Leinen in einem leicht feuchten Zustand, da trockene Hitze das Gewebe schädigt. Wird Leinen feucht gebügelt, verträgt das Gewebe sehr hohe Temperaturen und kann daher auch auf hoher Stufe (meist drei Punkte) gebügelt werden.

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